Fallendes Laub = springende Hechte?

Hecht mit offenen Maul
© Clemens Strehl

Wenn die Blätter fallen, werden die Hechte bissig – so zumindest eine einfache Regel. Doch es gibt diese Tage, an denen einfach kein Räuber auf Kunstköder einsteigen möchte. Außer Fehlbissen und leichten Schrammen im Gummifisch zeigt sich keine Aktivität. Dabei sollte doch grade der Beginn der kalten Jahreszeit an unseren Sauerland-Seen für gute Raubfischfänge stehen? Was könnte Abhilfe schaffen?

Buntes Herbstlaub im Sonnenschein
Herbstlaub

Die Lage

Tatsächlich ist die kalte Jahreszeit bisher weder Über- noch Unterwasser angekommen. Wir hatten kürzlich wohl den wärmsten Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Das macht sich natürlich auch an unseren Seen bemerkbar. So liegt auch der Füllstand der Talsperren im Durchschnitt unter 70 %. Auch der November war bisher sehr trocken und warm. Doch vielleicht bringen die Tiefs in der Mitte des Monats dringend benötigten Regen und damit wieder Zufluss. Wenn dann auch der Wind mitspielt, könnte wieder mehr Bewegung, Sauerstoff und Aktivität im Wasser Einzug halten. Ideales Hechtwetter wäre dann eine moderate Windstärke gepaart mit einem Sonne-Wolken-Mix. Doch bis sich die Lage auf dieses klassische Herbstwetter mit aktiven Raubfischen über die ganze Wassersäule eingestellt hat, gilt es zu alternativen Angelarten zu greifen.

Die klassische Idee als Abhilfe

Denn auch wenn die Hechte sich auf dem Echolot nicht besonders aktiv zeigen, lassen sie sich dennoch aus der Reserve locken. Der altbekannte Köderfisch kann an diesen Tagen wahre Wunder wirken. Doch sollte er nicht unbedingt aktiv und schnell geführt werden, sondern auch mal ruhig und unauffällig. Dazu eignet sich z.B. eine Drift mit einem Köderfisch an der Posenmontage. Vom Ufer wiederum wäre eine Segelpose einen Versuch wert. Wer allerdings das Glück hat und mit einem Boot und Echolot unterwegs ist, hat alle Karten in der Hand für eine einfache, wie spannende Montage zugleich!

Köderfisch am Haken
Köderfische – der Klassiker als Abhilfe für Beißfaule Angeltage. Hier: eine Kleine Maräne aus dem Sauerland.

Die Kombination mit dem Drop-Shot Rig

Die Kombination: Köderfisch + Hechtsicheres Vorfach + Einzelhaken + Monoschnur mit Blei. Einfacher geht es kaum. Wer seine Köderfische im Vorfeld gestippt hat braucht im Grunde neben dieser Kombination nur noch seine Vertikalrute und einen Kescher. Taschenweise Köder und Angelausrüstung sind bei der Angelei mit dem Drop-Shot-Rig und Köderfisch gar nicht nötig.

Montageausstattung für das vertikale Fischen auf Hechte
Viel ist nicht nötig für das vertikale Fischen auf Hecht. Die Ausrüstung für die Montage ist überschaubar und passt in jede Hosentasche!

Den Hecht aus der Reserve locken

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten den Hecht auf diesem Wege aus der Reserve zu locken: Aktiv oder Passiv. Beim passiven Fischen vom Boot wird die Montage auf die gewünschte Tiefe abgelassen. Hier überlassen wir dem Köderfisch die Arbeit. Vom driftenden Boot aus zieht der Köderfisch so auf konstanter Tiefe eine hervorragende Duftspur hinter sich her.

Fisch kurz vorm Fangen im Netz
Gleich ist der kapitale Fang im Netz! Erfolgsrezept war hier die „tote Rute“ mit Köderfisch.

Die aktive Variante wiederum lässt sich natürlich prima mit einem Echolot kombinieren. Der tote Köderfisch wird an der bebleiten Montage knapp über die Tiefe heruntergelassen, in der sich interessante Fischsignale zeigen. Inaktive Fische am Grund oder knapp darüber lassen sich somit an manchen Tagen wunderbar aus der Reserve locken. Wenn sie auf den Köder aufmerksam werden, können leichte Zupfer, oder kurzes Einholen mit wenigen Kurbelumdrehungen den trägen Räuber zum Zupacken verleiten. Der Vorteil ist nun, dass die Beute auch schmeckt! Der Hecht wird also weniger schnell loslassen, als bei einem Kunstköder. Mit dieser eher ruhigen Angelart können Sie die Tage bis zum klassischen Herbstwetter sehr gut überbrücken.

Angelroute im Vordergrund vor Sonnenuntergang
Abendstimmung an der Talsperre und ein tobender Hecht an der Vertikalrute. Anglerherz, was willst du mehr?

Viel Petri Heil beim Ausprobieren wünscht Euch das Team der Ruhrverbands-Fischerei!

 

17.11.2022

© Clemens Strehl

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