Angeltipps: Alpine Seesaiblinge im Frühjahr

Gefangener Seesaibling im Netz
Alpiner Seesaibling aus dem Frühjahr

Welcher Angler wäre nicht froh, einmal diese schönen Fische mit der tollen Färbung zu fangen, die auch in der Küche eine gute Figur abgeben? Alpine Seesaiblinge sind im Sauerland unter anderem im Verse-, Sorpe- und Listersee heimisch. Und jetzt im Frühjahr/Frühsommer sind sie auch gut zu fangen, vorausgesetzt, man weiß wo und wie. Zum Teil besitzen sie auch noch ihr hübsches Laichkleid mit orangenem Bauch.

Maifliegenzeit

Die Fische stehen meinen Erfahrungen nach meist sehr tief im See. Im Frühjahr ist Nahrung im See noch knapp und so kommen sie zur Maifliegenzeit im Mai aber auch in Ufernähe, um den aufsteigenden Larven der Maifliegen nachzustellen. Dabei fressen sie sich mit den Eintagsfliegenlarven voll und haben richtig dicke Bäuche. Das nächste Foto zeigt den Mageninhalt der Fische, der das eindeutig belegt.

Maifliegen
Maifliege Ephemera Danica, rechts Mageninhalt von Saiblingen

Die Maifliegenzeit ist also nicht nur für den Fliegenfischer an Flüssen interessant. Später im Jahr stellen die Saiblinge übrigens dann eher den Brutfischen nach und ziehen ins Freiwasser zu den Kleinen Maränen. Auch dies kann am Mageninhalt entnommener Fische abgelesen werden.

Zeit für die Hegene!

Die Maifliegenzeit ist die beste Zeit für das Angeln mit der Hegene, denn hier gehen auch vermehrt große Fische an den Haken. Denn diese Angeltechnik baut ja gerade darauf auf, aufsteigende Nymphen der Wasserinsekten nachzuahmen. Da die Maifliegenlarven durchaus größer als Mückenlarven sind, spricht an der Hegene auch nichts gegen eine Hakengröße von 10 oder gar 8. Über die Montagen und Techniken des Hegenenangelns sind in unserer Rubrik“ Angeln – Berichte & Tipps“ reichlich Infos zu finden:

Teil I – Das Angeln mit der Hegene – vielfach unbekannt und doch so erfolgreich!

Teil II – Das Angeln mit der Hegene – vielfach unbekannt und doch so erfolgreich!

Teil III – Das Angeln mit der Hegene vom Ufer aus


Lila schlägt Naturfarbe

Ich habe Versuche gemacht, an der Hegene speziell mit den Farben der Maifliegenlarven gebundene Nymphen zu fischen, um die Nährtiere zu imitieren. Allerdings hatte dies nicht den Erfolg, den ich erhofft hatte. Das mag auch an der Angeltiefe liegen, in der die Köderfarben unter Umständen ganz anders wirken. Als Farbe hat sich für mich wie auch an anderen Gewässern und auf andere Fische wie Renken blau oder lila nach vielen Versuchen als besonders fängig erwiesen.

Lila und naturfarben gebundene Nymphen auf Haken Größe 8 oder 10
Lila und naturfarben gebundene Nymphen auf Haken Größe 8 oder 10
Alpinerseesaibling auf Wiese
Schöner Seesaibling auf Hegene
Zwei Frühjahrs-Seesaiblinge liegend auf einer Wiese
Frühjahrs-Seesaiblinge

Hotspots

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am jeweiligen Gewässer ausgeprägte Hotspots gibt, an denen immer wieder Saiblinge gefangen werden. Diese muss man natürlich erst finden. Gut geeignet sind alle Stellen, wo tiefes Wasser in Wurfweite ist. Die Spitzen von größeren Buchten sind solche Stellen, in der Regel findet sich hier an den tiefsten Stellen ein überstautes Bachbett, in dem die Fische aus dem Hauptbecken Richtung Ufer ziehen. Mit weiten Würfen Richtung Buchtmitte sucht man die Saiblinge. Hier kann man am Ausgang der Bucht anfangen und es schrittweise in flachere Bereiche hinein versuchen. Wo ein Saibling gefangen wird, sind oft noch andere am Ort.

Große Bucht am Wasser
Ausgänge größerer Buchten sind Hotspots

Angelzeiten

Ich habe zu sehr verschiedenen Zeiten Saiblinge gefangen. Schon morgens bei Sonnenaufgang, über Mittag und auch Abends. Sicher spielt es eine große Rolle, wann ein Insektenschlupf im/auf dem Wasser stattfindet. Bedecktes, wärmeres Wetter ist auf jeden Fall gut, auch bei Regen haben wir gut gefangen. Weniger geeignet ist vielleicht Hochdruckwetter mit im Frühjahr eventuell noch sehr kalten Nächten. Dagegen habe ich auch schon im Hochsommer bei sehr heißem Wetter vormittags – allerdings in großer Tiefe – viele Saiblinge erbeutet.

Seesaibling und Spinnfischen

Viele Angler sind ja aktive Spinnfischer, die sich nicht an einem Platz am Ufer hinsetzen und auf die Fische warten wollen. Auch hier gilt, dass Saiblinge die meiste Zeit tief stehen. Gute Erfahrungen wurden mit Blinkern gemacht, wie sie auch für Meerforellen an der Küste benutzt werden, nur in der wesentlich schwereren Ausführung von 25 oder 30 Gramm. Diese können weit geworfen werden und mit man hat auch beim tiefen Spinnfischen noch genug Köderkontrolle, auch um die Bisse überhaupt zu spüren. Als Farbe hat sich für mich auch hier blau oder lila als besonders fängig erwiesen. Der Köder wird ausgeworfen, man lässt ihn auf Grund absinken und zupft ihn mit kleinen Rutenbewegungen über den Grund heran. Die Rute sollte dazu eine kräftige Aktion haben. Man sollte hellwach sein und beim kleinsten Zupfer wird sofort angeschlagen! Wie bereits oben erwähnt, beginnt für mich die beste Zeit zum Spinnfischen auf Saiblinge im Sommer, wenn sie auf Raubzügen zwischen der aufwachsenden Maränenbrut unterwegs sind.

Vier Blinker für Saiblinge zu fangen
Auswahl gängiger Blinker zum Saiblingsangeln

Aber egal, ob Hegene oder Spinnfischen, wir wünschen viel Angelerfolg! Wer die schönen Fische fangen möchte, sollte aber etwas Ausdauer mitbringen. Es dauert einige Zeit, bis man den Dreh raus hat, die Spots kennt und seine Technik und Montagen im Griff hat. Das lohnt sich aber: Alpine Seesaiblinge aus dem sauberen Wasser der Sauerland-Seen sind wahre Delikatessen auf dem Teller. Dazu haben wir auch ein Rezept parat, welches ihr in Kürze ebenfalls hier findet.

Petri Heil und Guten Appetit!

Eintagsfliege auf der Rute
Eintagsfliege auf der Rute

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